::: Die Geschichte des Weinbaus

Die Geschichte des Weins ist so alt wie die Menschheit. Rebstöcke und die Kunst der Weinbereitung reichen bereits ins 6. Jahrtausend v. Chr. zurück. Ursprünglich in Vorderasien, (in den heutigen Staaten Ägypten, Iran oder Israel) breitete sich der Weinbau über Griechenland und das Römische Reich in ganz Mitteleuropa aus. Es scheint, als sei die Entdeckung des Weins selbst einem Zufall zu verdanken. Es hat wohl jemand Trauben in einem Krug vergessen, vom Gewicht der übereinanderliegenden Trauben wurde der Saft aus den Trauben gepresst und in der Hitze begann er zu gären.

Die Griechen brachten die Rebe nach Italien, von wo sie die Römer in die eroberten Länder einführten. Zuerst über Handelsniederlassungen am Rande des Mittelmeers vor etwa 2500 Jahren nach Frankreich, dann weiter nach Westen, nach Spanien und Portugal, sowie nach Norden, nach Deutschland, Frankreich und in die Donauländer. So verbreitet sich der Wein mit den Imperien und Eroberungen überall in der Welt.


Vor etwa 2000 Jahren erreichte der Weinbau den deutschsprachigen Raum. Karl der Große regelte im 8. Jahrhundert den Anbau der Reben, die Weinbereitung und auch den Verkauf. Die Klöster waren Zentren der Weinkultur, Wein ein Volksgetränk.

Die Reben von heute sind das Ergebnis eines Jahrtausende alten Ausleseprozesses. Die am besten schmeckenden und für den Weinausbau am meisten geeigneten Wildreben wurden zur "vitis vinifera" kultiviert.

Noch im letzten Jahrhundert stand in vielen Weinbergen der "gemischte Satz", eine Kombination mehrerer Rebsorten. Im ausgehenden 19. Jahrhundert brachte die Reblauskatastrophe den Weinbau nahezu zum Erliegen. Viele gebietstypische Sorten verschwanden. Mit Pfropfreben auf resistenten amerikanischen Wurzeln - diese wurden später zwingend vorgeschrieben - wurde um die Jahrhundertwende ein Neuanfang gemacht.

Geprägt wird der Wein vor allem durch seinen Standort. Dessen Faktoren wie Klima, Boden und Lage beeinflussen das Wachstum der Reben, der Trauben und der daraus gekelterten Weine. Der Wein erhält dadurch seine persönliche Note und trägt neben den standortbezogenen Eigenschaften die Handschrift seines Winzers. Ob ein Wein gut oder schlecht schmeckt kann nicht generell beurteilt werden, da Geschmack ein subjektives Empfinden ist. Deshalb sollte jeder Weintrinker für sich selbst den richtigen Geschmack.

::: Weinbaugebiete in Österreich

Österreich gebührt ein Spitzenplatz unter den Weinbauländern. Neben den seit langem bekannten und beliebten Weißweinen treten immer mehr neue Rotweinkreationen in den Vordergrund. Klassische Weißweine wie der Grüne Veltliner aus dem Weinviertel bekommen zunehmend Konkurrenz von den roten Sorten wie dem Zweigelt, der hervorragend ausgebaut wird. Auch in anderen Teilen des Landes, wie am Neusiedlersee oder in der Steiermark, sind es längst nicht mehr nur die berühmten Trockenbeerenauslesen aus gelbem Muskateller, Traminer, Morillon und Weißburgunder, die für Furore sorgen. Am Neusiedlersee werden Blaufränkisch und St. Laurent weiter gehegt und gepflegt, ständig verbessert.

Daneben werden Barrique-Weine wie der Alte Lagen oder der Pannobile kreiert, die ihresgleichen suchen. In der Steiermark kennt man ebenfalls keinen Stillstand. Der österreichische Blaue Zweigelt wird weiter gepflegt, Pinot Noir und Cabernet Sauvignon bringen hervorragende Ergebnisse. Was die Qualität der Weine betrifft, gehört österreichischer Wein zu den ersten Adressen.Österreich wird in 4 Weinbauregionen und 19 Weinbaugebieten unterteilt


::: Weinbauregionen:

- Weinland Österreich (mit den Gebieten NÖ und BGL)

- Steirerland (das Bundesland Steiermark)

- Wien

- Bergland Österreich (OÖ, Salzb., Kärnten, Tirol und Vorarlb.)

::: Weinbaugebiete:

Die Bundesländer Steiermark, Burgenland und Niederösterreich werden als eigene Weinbaugebiete definiert.
Zusätzlich gibt es 16 weitere Weinbaugebiete:

- Wachau

- Kremstal

- Kamptal

- Traisental

- Wagram

- Weinviertel

- Carnuntum

- Thermenregion

- Neusiedlersee

- Neusiedlersee-Hügelland

- Mittelburgenland

- Südburgenland

- Südoststeiermark

- Südsteiermark

- Weststeiermark

- Wien

::: International

Italien

Rund 20% des auf der gesamten Erde erzeugten Weines stammt aus Italien. Nur Frankreich kommt von Zeit zu Zeit, wenn die italienische Ernte etwas geringer ausfällt, auf vergleichbare Mengen, die sich in der Größenordnung um 6 Milliarden Liter bewegen. Einerseits scheint das eher erstaunlich für dieses doch relativ kleine Land, andererseits gibt es wohl kaum eine Nation, deren Klima, Geographie, Geologie und Topographie sich so sehr für den Weinbau eignet. Weite, hügelige Landstriche erlauben es den Winzern in über 20 Einzelregionen, die Hänge mit Reben zu bepflanzen. Eine andere Nutzung würde weniger Sinn machen. So steht ganz selbstverständlich fast die gesamte landwirtschaftliche Fläche für den Weinbau zur Verfügung.

Nahezu alle italienischen Regionen haben sich mittlerweile weltweit einen Namen gemacht, die anderen haben die besten Voraussetzungen dazu und werden bei Weinkennern früher oder später ein ebensolches Renomée erzielen wie Piemont, Toskana, Venezien, Friaul, Umbrien, Emilia-Romagna und andere. Gerade die Winzer der Toskana haben es vorgemacht und durch Verbesserungen der Kellertechnik den Brunello, Chianti und Vino Nobile di Montepulciano in die erste Liga des italienischen Weines geführt. Und andere schlafen auch nicht. Man hat sehr wohl beobachtet, was sich in der Toscana tut, und in den bisher eher rückständigen Regionen weiß man was zu tun ist. Das Wein-Italien ist also noch lange nicht ausgereizt, was die Qualität der Weine anbelangt.

Traditionell hatten überwiegend die großen Erzeuger, aufgrund der Vorliebe der Italiener selbst, auf leichte, fruchtige Weißweine gesetzt, bis hin zu spritzigen oder schäumenden Weinen. Trockene Weißweine der Spitzenklasse sind eher selten. Einige Winzer sind durchaus dazu in der Lage, es ist aber nicht leicht, hier fündig zu werden. Der Absatz von herausragenden Rotweinen war eher gering. Sie waren der im Verhältnis recht kleinen Schar von Weinliebhabern und -kennern vorbehalten. Der Boom der jüngsten Vergangenheit hat jedoch Namen wie Barolo, Barbaresco, Brunello und Chianti Classico in alle Munde gebracht und immer mehr Weinfreunde in aller Welt erfreuen sich an diesen edlen Tropfen. Der Markt verlangt mehr und mehr nach Qualität - und dies nicht nur bei italienischen Gewächsen.


Frankreich

Schon bei der Erwähnung des Weinlandes Frankreich schnalzen die Kenner weltweit mit der verwöhnten Zunge. Französische Lebensart, französische Küche und französischer Wein sind untrennbar mit Genuss verbunden. Und dies gilt vor allem in Frankreich nicht nur für elitäre Kreise. Gerade hier findet man wie nirgendwo sonst Weine für den täglichen Genuss, saubere und dennoch preiswerte Gewächse ganz selbstverständlich neben absoluten Spitzenprodukten. Namen wie Bordeaux, Burgund, Rhône oder Provence, um nur einige wenige zu nennen, schicken weltweit jeden Weinfreund auf die Suche nach dem Korkenzieher. Speziell die roten Rebsorten dominieren. Grenache, Merlot, Pinot Noir, Syrah, Cabernet Sauvignon und andere lassen Kennerherzen höher schlagen; nicht zu vergessen die Weißen wie Ugni Blanc, Sauvignon Blanc, Semillon oder Chardonnay.

Der Weinbau in Frankreich hat eine lange Tradition. In den heute so berühmten französischen Lagen wurde schon in der römischen Besatzungszeit Wein angebaut. Es scheint, als hätten gerade die Franzosen eine besonders glückliche Hand, der Kombination von Boden und Klima die richtige Rebsorte beizugeben. Nur so entstehen viele der unverwechselbaren französischen Weine. So wurden bereits früh, speziell im Bordeaux, Weine hervorgebracht, die absolute Ausnahmeweine waren und sind. Noch heute sind Weine, die Mitte bis Ende des letzten Jahrhunderts abgefüllt wurden, mit Genuss trinkbar.


Südafrika

Bereits aus dem Jahre 1659 ist die erste Weinherstellung in Südafrika überliefert. Von da bis zum heutigen Weinbau in Südafrika war ein langer, beschwerlicher Weg mit vielen Rückschlägen zurückzulegen. So blieb auch Südafrika u.a. nicht von der Reblaus verschont, der Weinbau war am Boden. Verzweifelt versuchte man, die Verluste wettzumachen, indem man auf Masse setzte. Aber dies war der falsche Weg, denn die Menge an Wein war nicht zu vermarkten. Heutzutage, auch hier wie in Chile nach Beruhigung der politischen Situation, lernt man die Gunst der Natur zu nutzen und hochwertige Weine aus passenden Importreben zu keltern. Hervorgetan haben sich insbesondere die Winzer der Hauptanbaugebiete um Stellenbosch und Paarl, oft nicht ohne die willkommene Hilfe und Erfahrung ausländischer Önologen.

So unterschiedlich wie die Böden ist auch das Klima in diesem aufstrebenden Weinland, das schon lange kein Geheimtipp mehr ist. Fruchtbare Schwemmböden sind hier ebenso zu finden wie karge Kies- und Sanduntergründe. Mildes aber regenreiches Klima an den Küsten steht im Kontrast zu den heissen Sommern im Inneren des Landes. In den heissen Gegenden führt das oft sogar dazu, daß die Lese nachts betrieben wird, um die Trauben nicht allzu aufgeheizt in die Kelterhäuser zu bringen, was der Vinifizierung schaden würde. Auch gedeihen hier natürlich nicht alle Trauben, für manche ( etwa den Pinot noir) ist es einfach zu heiss, Versuche mit diesen Trauben sind zum Scheitern verurteilt. Allerdings konnten spezielle Züchtungen, in denen diese Trauben zum Teil enthalten sind, diesen Nachteil ausgleichen. Nicht zuletzt an diesem Erfindungsreichtum, aus der Not eine Tugend zu machen, kann die Qualität der neuen Winzergeneration in Südafrika beurteilt werden.


USA

Nordamerika hat natürlich bei weitem nicht die Weinbautradition wie die Weinländer Europas. Man versuchte zwar auch hier schon immer, Reben heimisch zu machen und fand auch bereits wilde Reben vor, aber einen nennenswerten Weinbau verzeichnet man erst seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts. In mehreren Staaten entwickelte sich zaghaft so etwas wie Weinbau, aber die Prohibition der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts warf die amerikanischen Winzer empfindlich zurück. So kann man wohl den eigentlichen Beginn des Weinbaus erst zum Ende der Prohibition (Mitte der 30er Jahre) datieren. Aber auch zu diesem relativ späten Zeitpunkt war man noch nicht offen für Einflüsse aus den angestammten Weinländern, stellte vielmehr einen eigenen, süßen und kräftigen Wein her, der sich auf dem Markt schwertat.

Als man dann spät, eigentlich erst im letzten Quartal des vergangenen Jahrhunderts, auf andere Reben zurückgriff, die auch hier gute Bedingungen vorfanden, wurde die Wende eingeleitet. Die Keltertechnik wurde enorm verbessert und Rotweine aus Zinfandel, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir u.a. können sich nunmehr ebenso sehen lassen wie ihre Weißwein-Kollegen aus Chardonnay, Sauvignon blanc oder auch Riesling. Dies gilt auch nicht nur, wie oft angenommen, für Kalifornien. Auch in Virginia, New Jersey, Ohio oder Washington, Oregon und New York, versteht man mittlerweile Wein zu machen. Allerdings sind in der Tat die kalifornischen Winzer den anderen schon noch ein ganzes Stück voraus, sie haben allerdings auch die besten Voraussetzungen.


Griechenland

Daß Wein ein göttliches Getränk ist, wußten die alten Griechen schon vor über viertausend Jahren. Und seit dieser Zeit versteht man ihn zu keltern. Und was in Griechenland heute erzeugt wird, genügt in immer größerem Umfang internationalen Maßstäben. Vorbei die Zeit, in der man bei der Erwähnung griechischer Weine automatisch einen harzigen Geschmack auf der Zunge verspürte. Die Voraussetzungen für erfolgreichen Weinbau sind, geographisch wie klimatisch, sehr vielfältig und führen zu einer breiten Palette unterschiedlichster Rebsorten und Weine. Dies ist aber eher von Vorteil, hier ist für jeden Weingeschmack etwas dabei. Ausreichend Sonnenstunden, mildes Klima und zum überwiegenden Teil vulkanische Böden lassen den Winzern wenig Ausreden für mittelmäßige Weine.


Spanien

Lange Zeit war Spanien das Stiefkind unter den den Wein exportierenden Ländern. Man genügte sich selbst und konkurrierte international kaum mit Italien oder Frankreich. Aber nach dem Beitritt zur EG öffnete sich auch Spanien, man wurde aufmerksam, merkte plötzlich, dass hier hervorragende Weine zu günstigen Preisen produziert werden. Hohe, vor allem intelligent zielgerichtete Investitionen und junge Kellermeister, nicht selten in Frankreich ausgebildet, heben die spanischen Weine, ob Rotwein oder Weißwein, auf ein erstaunliches Niveau. Und heute, vor etwas über einem Jahrzehnt noch fast undenkbar, schauen bereits Sammler nicht mehr nur nach Italien oder Frankreich, sondern auch nach Spanien.


Portugal

Großartige Weine, die es für viele Weinliebhaber noch zu entdecken gilt. Das ist Portugal. Und wir reden hier nicht von den zu Recht so bekannten und beliebten Portweinen. Nach einer langen Phase von Massenweinerzeugung unter der Diktatur, als auch keine Privatinitiative möglich war, ist Portugal dabei, zu den anderen Weinländern aufzuschließen. Alte, hier beheimatet Reben in einer nahezu riesigen Fülle, die unterschiedlichsten Böden und die verschiedensten Klimazonen, alle für den Weinbau geeignet, lassen eine ungeheure Vielfalt an Weinen erwarten. Die portugiesischen Winzer werden die Chance nutzen, die sich ihnen bietet.

Wenn sie sich ihrer Tradition besinnen und die modernen Methoden sinnvoll integrieren, wird an den portugiesischen Weinen kein Weg mehr vorbeiführen. Die Winzer Portugals sind schon aufgebrochen und die etablierten Wein-Nachbarn werden es bald merken. Heute sind eine größere Zahl portugiesischer Weinbaubetriebe dabei die einzigartige Chance Portugals zu nutzen. Annähernd 500 autochthone Rebsorten auf unterschiedlichsten Böden und großer klimatischer Unterschiede eröffnen die Möglichkeit eine einzigartige Vielfalt charakteristischer Weine zu erzeugen. In vielen Regionen wie am Douro, im Alentejo und in der Estremadura herrscht Aufbruchstimmung. Immer neue großartige Weine werden angeboten und finden schnell ihre Liebhaber. Hier muss sich noch zeigen wie viel der großen Tradition der Moderne weichen muss. Der Zug ist unaufhaltsam Richtung Erfolg unterwegs. Portugal wird die Weinwelt in den nächsten Jahren noch überraschen. Seine Weine werden ihren festen Platz in den Kellern der Weinfreunde finden.


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::: Weinlexikon


Muscat:
Sammelbegriff, unter dem alle Traubensorten zusammengefasst sind, aus denen sowohl die teilweise sehr trockenen Weißweine als auch die würzigen Dessertweine gekeltert werden. Hauptsächlich wird Muscat im Languedoc-Roussillon angebaut.

Mutage:
Durch Zusatz von Alkohol wird die alkoholische Gärung des Mostes gestoppt. Das Verfahren wird in teilweise Frankreich angewandt, in Deutschland ist es unzulässig.

Nachdruck:
Wein aus der letzten Pressung. Er darf nicht in die Cuvées für die Champagnerherstellung eingebracht werden.

Nachhaltigkeit:
Die lange Wahrnehmung der Eigenschaften eines Weins, wie Aroma und Geschmack, nach dem Schlucken oder Spucken.

Nervig:
ist ein Wein, wenn er mit einem angemessenen Säuregehalt und seinen anderen guten Eigenschaften den Mund reizt.

Nouveau:
ist in Frankreich eine Bezeichnung für den Wein der letzten Ernte.

Oechsle:
Maßeinheit für das Mostgewicht vom Wein. Sie ist vor allem in Deutschland, der Schweiz und Luxemburg gebräuchlich.

Ölig:
Ein Wein, der sich „anschmiegsam“, „weich“ und „fettig“ gibt, trägt diese Bezeichnung.

Önologie:
Die Wissenschaft vom Weinanbau und der Weinerzeugung.

Önologin/Önologe:
Absolventin/Absolvent einer Weinbauschule. Hochqualifizierte Fachkraft, die alle Bereiche des Weinanbaus und der Weinbereitung vom Weinberg bis zur Abfüllung in die Flasche fachlich begleitet.

Opak:
(Adj. zu Opazität) Bei Rotweinen für einen tief-roten, wenig Licht durchlassenden Wein. Sagt nicht unbedingt etwas über Qualität des Weins aus.

Oxidation:
Veränderungen von Bukett und Wein-Farbe unter Zutritt von Luftsauerstoff. Als Mikro-Oxidation beim Ausbau z.T. bewusst herbeigeführt. In größerem Maße und nach der überwiegenden Weinbautradition der Neuen Welt allerdings unerwünscht. Rotwein zeigt oft eine Farbverschiebung nach Rostbraun (siehe ziegelrot), in Frankreich sagt man dazu auch pelure d'oignon (Zwiebelschale), Weißwein nach orangegelb.

Pasteurisieren:
Der französische Wissenschaftler Louis Pasteur entwickelte die Keimfreimachung, auch Sterilisation durch Hitzeeinwirkung.

Perlwein:
diese Bezeichnung trägt ein Wein mit wesentlich weniger Kohlensäuredruck und Schaumentwicklung als beim Schaumwein. Die bekannteste Marke ist Keller Geister.

Petrolton:
Aromakomponente, die an Kohlenwasserstoffverbindungen wie Teer oder Petroleum erinnert. Entwickelt sich vor allem bei manchen älteren Weißweinen. Soweit nicht zu herausstechend wird sie von manchen geschätzt.

Pinot noir:
Spätburgunder, ital.: Pinot negro. Wichtigste dunkle Traubensorte in Burgund. Die daraus gewonnenen Weine treten durch besonders lange Lagerfähigkeit hervor, haben aber verhältnismäßig wenig Farbintensität. In der Champagne werden daraus weiße Champagner gemacht.

Prädikatswein:
In Deutschland und Österreich ist das die Klassifizierung für natursüße, also nicht angereicherte Weine.

Premier Cru:
Ist in Burgund die zweithöchste Qualitätsstufe.

Prémier Grand Cru Classé:
Ist im Bordelais die höchste Einstufung eines Château nach der Klassifizierung von 1855. Derzeit tragen fünf Schlösser diesen Titel.

Primeur:
Der junge, bzw. der erste Wein des Erntejahres. Ab dem 3. Donnerstag im November darf der junge Wein des Beaujolais verkauft werden. Der Beaujolais-Primeur ist inzwischen zu einem Kult auf der ganzen Welt geworden.

Prise de mousse:
übersetzt aus dem Französischen: Bildung des Schaums. Die zweite Gärung die die Weine bei der Herstellung von Perlwein, Sekt und Champagner wird so bezeichnet.

Raisin:
(frz.) Weintraube, Weinbeere, nicht: Rosine

Ratafia:
Likörwein aus dem Burgund und der Champagne. Hierbei mischt man Traubensaft mit Tresterschnaps in einem ganz bestimmten Verhältnis.

Räuchergeruch bzw. -geschmack:
Geruch bzw. Geschmack, der an geräucherte oder geröstete Lebensmittel erinnert. Beruht bei Barriquefass-Ausbau auf dem vorhergehenden Ausbrennen der Fässer. Bei der Sauvignon blanc-Traube, aus der unter Anderem der Pouilly-Fumé gekeltert wird, eine Rebsortentypik, diese Traube wird daher auch Blanc-Fumé genannt.

Rauh:
adstringierender Wein, der in der Mundhöhle und im Rachen kratzt bzw. eine pelzige Wahrnehmung auslöst.

Reblaus:
(Viteus vitifoliae), auch Phylloxera genannt, ursprünglich aus Amerika stammende Pflanzenlaus. Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeschleppt, löste sie hier eine Katastrophe aus. Meist örtlich begrenzt in Deutschland und Spanien zum Teil heute noch ansässig. In Kalifornien (USA) vernichtete sie in den letzten Jahren u.a. große Merlot-Monokulturen. Die Laus ist vielerorts durch die Pfropfung auf resistente Wurzelstöcke ausgeschaltet.

Rebschnitt:
Rebschnitt bezeichnet den jährlichen Rückschnitt des einjährigen Holzes und Korrekturen des alten Holzes.

Rebsorte:
die Edle Weinrebe liegt in etlichen Sorten vor, die man im Weinbau Rebsorten nennt. Siehe auch die Liste der Rebsorten.

Récoltant-Manipulant:
Weinbauern, die aus ihren eigenen Trauben auch den eigenen Champagner herstellen.

Restzucker:
ist der nach dem Vergären verbliebene Zuckergehalt. (Wird in Gramm pro Liter angegeben).

Rütteln:
Bei der Schaumweinherstellung werden die Flaschen nach Beendigung der zweiten Gärung in Rüttelgestellen bewegt (gerüttelt) und dabei immer steiler auf den Kopf gestellt. Dadurch bewegt sich der Bodensatz (Hefe) zum Korken hin, wo er dann später beim Degorgieren entfernt werden kann. Sinn des Rüttelns ist die optische Klarheit des Schaumweins.

Sauber:
Bezeichnung für einen fehlerfreien Wein mit gut ausgeprägten Merkmalen.

Sauer:
Stark „saurer“ Geschmack, durch einen Essigstich hervorgerufene Weinkrankheit.

Säure:
Eine gut dosierte Säure trägt zur Ausgewogenheit des Weines bei. Sie gibt ihm Frische und Biss. Bei zu niedrigem Säuregehalt schmeckt der Wein fade. Ist er zu hoch, hat der Wein einen Fehler. Siehe auch Azidität. An Säuren kommen v.a. Wein-, Apfel-, Zitronen-, Essig- und Bernsteinsäure vor.

Schal:
Durch zu große Einwirkung von Luftsauerstoff ist der Wein oxidiert und hat dadurch sein gesamtes Bukett verloren.

Scharf:
Schwerer Weinfehler. Der Wein ist sehr herb, weil er zu viel Säure und Gerbstoffe in sich vereinigt.
Weinstraße Niederösterreich